Gemeinschaftsverpflegung oder wo essen Sie zu Mittag?

Professorin Margit Bölts, Leiterin des Referates Gemeinschaftsverpflegung und Qualitätssicherung bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), erklärt die Bedeutung der Gemeineinschaftsverpflegung.

Für eine große Anzahl an Arbeitnehmer*innen, Schüler*innen oder Studierende führt der Weg zum Mittagstisch oft eher in ein Betriebsrestaurant als nach Hause. Das Leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft bringt es mit sich: Essen in Gemeinschaft – in Schule, Betrieb, Krankenhaus oder Seniorenheim. Gemeinschaftsverpflegung betrifft daher alle Lebenswelten.

DGE-Blog: Was bedeutet „Gemeinschaftsverpflegung“?

Dr. Margit Bölts: Gemeinschaftsverpflegung bezeichnet unter anderem die Verpflegung in Betrieben, im Kindergarten oder der Schule, in Krankenhäusern oder Senioreneinrichtungen. Auch „Essen auf Rädern“ ist Teil davon. Die Bandbreite der Einrichtungen ist groß: Von einer kleinen Kita mit täglich wenigen bis zu Betriebsrestaurants mit mehreren 10.000 Essen. Entsprechend sind die Struktur sowie das Angebot heterogen und komplex. Es reicht vom Pausensnack bis zur Vollverpflegung mit sämtlichen Haupt- und Zwischenmahlzeiten in einer stationären Senioreneinrichtung.

DGE-Blog: Gibt es genaue Zahlen, wie viele Menschen in Einrichtungen wie Schulen, Betrieben oder Seniorenheim essen?

Dr. Margit Bölts: Mindestens 16 Millionen Menschen jeden Alters essen täglich in einer Einrichtung der Gemeinschaftsverpflegung. Schätzungsweise verpflegt sich dort jeder Dritte. Auch die ökonomische Seite ist nicht zu vernachlässigen: So geben Gäste pro Jahr rund 5,7 Mrd. € für ihre Verpflegung in Betrieben aus – Tendenz steigend.

DGE-Blog: Welche Herausforderungen bringt Ernährung in Gemeinschaft mit sich?

Dr. Margit Bölts: In gesundheitspolitischen Diskussionen und Aktivitäten zieht die Gemeinschaftsverpflegung immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. Das liegt an verschiedenen gesellschaftlichen und demografischen Entwicklungen. So gibt es beispielsweise immer mehr Ganztagsschulen, die ihre Schülerinnen und Schüler auch verpflegen. Dadurch kann das Ernährungsverhalten positiv beeinflusst werden. Neben einer gesundheitsfördernden Verpflegung, verbunden mit der Chance Ernährungsbildung in die Praxis umzusetzen, nimmt die Gemeinschaftsverpflegung auch noch weitere Aufgaben wahr. In der betrieblichen Gesundheitsförderung beispielsweise und – ganz wichtig – im umfassenden Ressourcenmanagement. Dazu gehören unter anderem der bewusste Umgang mit Lebensmitteln, Arbeitskräften oder auch Wasser.

DGE-Blog: Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person: Prof. Dr. Margit Bölts leitet seit 2001 das Referat Gemeinschaftsverpflegung und Qualitätssicherung bei der DGE. Die Außer-Haus-Verpflegung und Qualitätssicherung bei der Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards in die Praxis liegen ihr besonders am Herzen. Seit 2018 ist sie Professorin für „Culinary Arts und Food Management“ an dem gleichnamigen Studiengang der Macromedia Hochschule in Freiburg.

Prof. Dr. Margit Bölts leitet das Referat Gemeinschaftsverpflegung und Qualitätssicherung bei der DGE.
Von |2018-11-22T10:31:34+00:0024.09.2018|0 Kommentare

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