Wechsel an der Spitze der DGE

Helmut Oberritter, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V., geht in den Ruhestand.

Nach mehr als 25 Jahren an der Spitze der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) verabschiedet sich Dr. Helmut Oberritter, Geschäftsführer der DGE, in den Ruhestand. Viele Jahre seines Berufslebens setzte er sich für die Belange der DGE ein. Seinen Posten übergibt er zum 1. Oktober 2018 an seine Nachfolgerin Dr. Kiran Virmani.

Er berichtet hier über einige der für ihn wichtigsten Entwicklungen in seiner Zeit bei der DGE. Helmut Oberritter ist Ernährungswissenschaftler und Autor zahlreicher Fachartikel und Beiträge in Fachbüchern. Seit 1991 leitete er die Geschicke der DGE als Mitglied der Geschäftsführung – seit 2007 als alleiniger Geschäftsführer.

DGE-Blog: Was sind aus Ihrer Perspektive die wichtigsten drei Entwicklungen für die wissenschaftliche Arbeit der DGE gewesen?

Helmut Oberritter: Da war zunächst die Beauftragung der DGE durch den Bundestag. Die DGE sollte die Ernährungsberichte im Vierjahresrhythmus erarbeiten – ein Meilenstein für uns. Seit mehr als 45 Jahren analysieren und stellen wir mittlerweile den Ernährungszustand der deutschen Bevölkerung fest. Der Ernährungsbericht ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Er liefert wissenschaftlich fundierte und objektive Informationen für Wissenschaftler, die Medien, Politiker, Wirtschafts- und Ernährungsexperten.

DGE-Blog: Ging die wissenschaftliche Arbeit auch über Deutschland hinaus?

Helmut Oberritter: Ja, besonders wichtig war auch die Internationalisierung der D-A-CH-Referenzwerte. Ich bin stolz auf dieses Gemeinschaftswerk. Dafür haben wir intensiv zusammengearbeitet. Im Jahr 2000 war es dann endlich soweit: Die „D-A-CH Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“ erschienen gemeinsam mit Österreich und der Schweiz. In den folgenden Jahren kamen Slovenien, Ungarn und Tschechien hinzu. Weitere Übersetzungen erfolgten ins Englische und Französische.

DGE-Blog: Kann die DGE auch Aussagen zum Einfluss von Ernährungsfaktoren auf bestimmte Krankheitsrisiken treffen?

Helmut Oberritter: Aber natürlich. Die Erarbeitung der evidenzbasierten Leitlinien war relevant in vielerlei Hinsicht. Sie geben den Stand des Wissens wieder, ob und in welcher Weise ein Ernährungsfaktor Krankheitsrisiken beeinflussen kann. Im Jahre 2006 wurde die Leitlinie zur Fettzufuhr erstmals herausgegeben und 2011 dieselbe zur Kohlenhydratzufuhr.

DGE-Blog: Und wie sieht es mit konkreten Stellungnahmen aus?

Helmut Oberritter: Ja, auch die waren und sind immer noch sehr wichtig. Unsere systematischen Stellungnahmen, wie die zu „Gemüse und Obst in der Prävention ausgewählter chronischer Krankheiten“ oder zur „Speisesalzzufuhr in Deutschland“ will ich hier nennen. Ich zähle sie zu den wichtigsten Entwicklungen für die wissenschaftliche Arbeit der DGE, die ich begleiten durfte.

DGE-Blog: Was essen Sie am liebsten?

Helmut Oberritter: Vollkornbrot zum Frühstück ist ein Muss, damit ich gut in den Tag starte. Abends dürfen es dann Hülsenfrüchte in den verschiedensten Variationen sein. Da mag ich alles: Vom indischen Dal, über Chili con Carne bis zur toskanischen Ribollita. Außerdem liebe ich bunte Gemüsegerichte. Das Auge isst ja schließlich mit! Kurzgebratenes Fleisch, wie Steaks oder Lamm – schön saftig – kommt bei mir auch gut an. Eigentlich mag ich Vieles, wenn es gut zubereitet ist. Ich liebe raffinierte Menüs in guten, aber nicht abgehobenen Restaurants.

DGE-Blog: Und was schmeckt Ihnen gar nicht?

Helmut Oberritter: Innereien, außer Leber, schmecken mir zum Beispiel gar nicht. Auch Brechbohnen und fettes Fleisch mag ich nicht. Wenn es das gibt, bleibe ich lieber hungrig!

DGE-Blog: Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person: Dr. Helmut Oberritter ist Ernährungswissenschaftler. 1985 startete er seine berufliche Karriere bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. als Referatsleiter und stieg 1990 zum Wissenschaftlicher Leiter auf. Seit 1993 war er Mitglied der Geschäftsführung und seit 2007 ist er Geschäftsführer der DGE. Helmut Oberritter hatte verschiedene Lehraufträge an der Fachhochschule Niederrhein und der Universität in Wien inne. Er veröffentlichte zahlreiche Fachartikel und Beiträge in Fachbüchern. Er ist Autor von Sachbüchern und Nährwerttabellen.

Von |2018-10-03T16:45:06+00:0026.09.2018|0 Kommentare

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