Ulrike Arens-Azevêdo: „Datenlage in der Gemeinschaftsverpflegung verbessern.

„Eine gesundheitsfördernde Verpflegung hat Auswirkungen auf die körperliche und geistige Fitness. Das hat mittel- und langfristig Einfluss auf das Ernährungsverhalten und die Vermeidung ernährungsbedingter Folgekrankheiten“, erklärte Ulrike Arens-Azevêdo, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) und Professorin für Oecotrophologie an die HAW, auf der DGE-Arbeitstagung und 2. BZfE-Forums, am 25.-27.09.2018 in Bad Godesberg. Arens-Azevêdo sprach sich dafür aus, eine bessere Datenlage für die Gemeinschaftsverpflegung zu schaffen, um spezifische Bedarfe besser identifizieren und belegen zu können.

Die meisten deutschen Bundesländer setzten schon jetzt auf positive Veränderungen durch eine gesundheitsfördernde Verpflegung, so Arens-Azevêdo. Als Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements empfehlen sie diese ausdrücklich für Kitas und Schulen sowie am Arbeitsplatz. „Zuverlässige Daten in Bezug auf die Auswirkungen stehen teilweise aber noch aus“, erklärte die DGE-Präsidentin. Derzeit fehle es noch an Langzeitstudien, die mögliche Effekte über einen längeren Zeitraum hinaus erfassen könnten. Auch erlaube das Studiendesign der verschiedenen Untersuchungen nur selten einen Vergleich der jeweiligen Ergebnisse.

Beispielsweise würden noch Daten über den Gesundheitszustand älterer Menschen in stationären Einrichtungen fehlen, so die DGE-Präsidentin und führte aus, dass diese Daten aber notwendig sind, um den Handlungsbedarf aufzuzeigen und zielgerichtet vorzugehen.

Die aktuellsten Studien die dem Wissenschaftsbereich Gemeinschaftsverpflegung derzeit vorliegen, sind nach Aussage der DGE-Präsidentin die Strukturdaten zu Schulen von 2015, zu Kitas und Senioreneinrichtungen von 2016 sowie zur Qualität des Angebots bei Schulen, Kitas und Altenheimen.

Arens-Azevêdo wies darauf hin, dass in internationalen Studien in Bezug auf einen höheren Konsum an Gemüse und Obst die Verbesserungen im Ernährungsverhalten hingegen gut dokumentiert sind. Wenig gesicherte Erkenntnisse liegen dagegen für andere Fragestellungen wie den Speisesalzkonsum oder Auswirkungen auf den Body Mass Index (BMI) vor.

Ulrike Arens-Azevêdo ist Präsidentin der DGE und Professorin für Ökotrophologie. Bild: DGE

Zur Person:

Ulrike Arens-Azevêdo wurde 1989 als Professorin für Ökotrophologie an die HAW berufen. Von 1989 bis 2016 lehrte sie an der Hochschule Ernährungswissenschaften mit Schwerpunkt Gemeinschaftsverpflegung. Von 1990 bis 1994 war sie Sprecherin des Fachbereichs Ökotrophologie und von 1994 bis 1996 Vizepräsidentin. Ihre zweite Amtszeit im Präsidium der HAW Hamburg dauerte von 2001 bis 2007. Bei der DGE ist sie seit 2005 Mitglied im Wissenschaftlichen Präsidium und Verwaltungsrat. Von 2010 bis 2016 war sie Sprecherin der DGE-Fachgruppe Gemeinschaftsverpflegung. Seit 2016 ist sie Präsidentin der DGE.