DGE zertifizierte Speisekomponenten erleichtern gesundheitsfördernde Ernährung

Bölts: „Wir wollten ein System entwickeln, damit auch Speisekomponenten den DGE-Qualitätsstandards entsprechen.“

Seit Ende 2018 können einzelne Speisen und Speisekomponenten wie Fleisch, Fisch, Kartoffeln, Reis, Pasta oder Gemüse mit dem „DGE ZERT-KONFORM“ Logo zertifiziert werden. Diese können die Grundlage für eine DGE-zertifizierte gesundheitsfördernde Menülinie bzw. eine eigene DGE-Zertifizierung bilden.

Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung können ihre Menüs dadurch flexibler zusammenstellen. Damit erleichtert die DGE eine individuelle Speiseplanung in Gemeinschaftseinrichtungen wie Senioreneinrichtungen, Betrieben, Kliniken, Kindertagesstätten und Schulen.

Professorin Margit Bölts, Leiterin des Referates Gemeinschaftsverpflegung und Qualitätssicherung bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), erläutert die Bedeutung der neuen Zertifizierungsmöglichkeit.

DGE-Blog: Wer kann einzelne Speisekomponenten und Speisen mit dem „DGE ZERT-KONFORM“ Logo zertifizieren lassen?

Margit Bölts: Zertifizieren lassen kann sich jeder Produzent von Speisekomponenten, der mindestens 150 Speisekomponenten herstellt. Das kann zum Beispiel ein Caterer sein, der  Cook and Chill oder Tiefkühlprodukte produziert, eine Manufaktur oder auch die Lebensmittelindustrie. Wichtig dabei ist: Aus diesen 150 Komponenten muss ein mindestens vierwöchiger Speiseplan konzipiert werden können.

DGE-Blog: Was bedeutet diese neue Möglichkeit der DGE-Zertifizierung für die Abnehmer?

Margit Bölts: Für die Abnehmer dieser zertifizierten Speisekomponenten bedeutet das eine größere Auswahl. Sie können aus einem großen Portfolio auswählen und ihren individuellen, auf die Bedürfnisse ihrer Gäste abgestimmten, Speiseplan entwickeln. Der Speiseplan wird dadurch attraktiver und von den Gästen besser akzeptiert.

DGE-Blog: Welche Vorteile bietet die DGE-Zertifizierung von Speisekomponenten für die Produzenten?

Margit Bölts: Die Produzenten können dadurch belegen, dass ein Teil ihres Angebots den DGE-Qualitätsstandards entspricht. Sie bieten damit ihren Abnehmern ein deutlich breiteres Portfolio an und – natürlich – ist die neue DGE-Zertifizierung auch ein Marketinginstrument.

DGE-Blog: Weshalb wurde die DGE „ZERT-KONFORM“ Zertifizierung entwickelt?

Margit Bölts: Ausschlaggebend hierfür waren primär zwei Gründe.
Zum einen war es bisher so, dass Caterer, die bestimmte Speisekomponenten an Einrichtungen
der Gemeinschaftsverpflegung geliefert haben, eine Eigenerklärung über die Lebensmittelqualitäten oder auch den Produktionsprozess abgeben mussten. Diese Eigenerklärung entsprach nicht mehr unseren Anforderungen an ein Qualitätssicherungsmanagementsystem.
Zum zweiten haben wir erkannt, dass immer mehr Einrichtungen solche Speisekomponenten einsetzen. Wir wollten ein System entwickeln, damit auch diese Speisekomponenten den DGE-Qualitätsstandards entsprechen.

DGE-Blog: Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person: Prof. Dr. Margit Bölts leitet seit 2001 das Referat Gemeinschaftsverpflegung und Qualitätssicherung in der Doppelspitze mit Dr. Tecklenburg bei der DGE. Seit 2018 ist sie Professorin für „Culinary Arts und Food Management“ an dem gleichnamigen Studiengang der Macromedia Hochschule in Freiburg.

Die Außer-Haus-Verpflegung und Qualitätssicherung bei der Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards in die Praxis liegen ihr besonders am Herzen.

DGE-Blog:
Was bedeutet die DGE „ZERT-KONFORM“ Zertifizierung für die Abnehmer von Speisekomponenten?
DGE-Blog:
Weshalb wurde die DGE „ZERT-Konform“ Zertifizierung entwickelt?
Von |2019-01-21T11:07:38+00:0017.12.2018|0 Kommentare

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