Zusammenhänge aufdecken zwischen Ernährung, Stoffwechsel und Gehirnfunktion, damit beschäftigen sich unter anderem die Kompetenzcluster der Ernährungsforschung, an denen ist auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) beteiligt.

Bei einem Minisymposium gaben die Nachwuchsgruppenleiterinnen der vier Kompetenzcluster Einblicke in ihre Forschungsaktivitäten. Das Minisymposium fand statt im Rahmen des 56. Wissenschaftlichen Kongress der DGE „Lebensjahre in Gesundheit – was leistet die Ernährung?“ vom 19. bis 21. März 2019 an der Justus-Liebig-Universität in Gießen.

Altersabhängige Erkrankungen standen beim diesjährigen DGE-Kongress im Fokus. Insbesondere ging es um den Bereich des höheren Lebensalters und Fragen nach Möglichkeiten der Prävention durch Ernährung. Die Kompetenzcluster der Ernährungsforschung, bestehend aus den vier Clustern Diet-Body-Brain, enable, nutriCARD und NutriAct, hielten ein eigenes Minisymposium ab.

Durch die Veranstaltung führten die jeweiligen Nachwuchsgruppenleiterinnen, die Einführung übernahm der Sprecher des Kompetenzclusters NutriAct, Prof. Dr. Tilman Grune, zusätzlich moderierte DGE-Präsidentin Prof. Ulrike Arens-Azevêdo das Minisymposium.

Zusammenhänge erforschen – personalisierte Ernährungsempfehlungen aussprechen

Für die Anfang des Jahres 2019 gestartet Diet-Body-Brain-Nachwuchsgruppe gab Dr. Marie-Christine Simon einen Ausblick. Sie erklärte, dass die Wissenschaftler*innen den Einfluss kommensaler Mikroorganismen und ihrer Metabolite analysieren. Das Ziel ist es, ursächliche Zusammenhänge zwischen der Ernährung, der Mikrobiota, dem Stoffwechsel und der Gehirnfunktion aufzudecken um schlussendlich personalisierte Ernährungsempfehlungen geben zu können.

Adipositas verstehen

Dr. Christina Holzapfel stellte die Ansätze der enable-Nachwuchsgruppe „Personalisierte Ernährung & eHealth“, kurz PeNut, vor. Ihre Nachwuchsgruppe forscht an der Entstehung und Vermeidung von Adipositas. Im Fokus steht beispielsweise, Parameter für den Bereich des Gewichtsmanagements zu formulieren. Untersucht werden diese derzeit im Rahmen einer Lebensstilinterventionsstudie. Zudem führt die Forschungsgruppe eine kurz vor ihrem Abschluss stehende Umfrage zu personalisierter Ernährung durch und erarbeitet systematische Reviews zu Gen-Lebensstil-Wechselwirkungen.

Beeinflusst Ernährung den Alterungsprozess?

Dr. Andrea Henze, Leiterin der NutriAct-Nachwuchsgruppe „Proteinoxidation als Indikator des Alterungsphänotyps und Target einer individualisierten Ernährungsintervention“ (ProAID). Ihre Forschungsgruppe will die Fragen beantworten, wie Ernährung den Alterungsprozess beeinflusst oder warum hat die gleiche Ernährungsweise auf verschiedene Menschen unterschiedliche Effekte hat. Die Nachwuchsgruppe beschäftigt sich daher beispielsweise mit der Bedeutung oxidativer Modifikationen endogener Proteine als Biomarker für ernährungs- und altersbedingte Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 sowie als Regulatoren des Stoffwechsels.

Auf der Suche nach Ernährungsmustern

Dr. Christine Dawczynski stellte die Nachwuchsgruppe Nutritional Concepts, abgekürzt NuCo, aus dem Cluster nutriCARD vor. Sie erarbeitet Ernährungskonzepte für verschiedene Ernährungstypen und konzentriert sich darauf, Biomarker zu identifizieren und zu validieren, die bestimmte Ernährungsmuster verlässlich reflektieren. Dafür werden drei Humaninterventionsstudien durchgeführt; zwei sind gestartet, die dritte, die sich speziell mit Omega-3-Fettsäuren beschäftigt, ist in Vorbereitung.

Autorin: Ariadne Thanos (DGE)

Zur Person: Ariadne Thanos hat Kommunikationsmanagement und Wissenschaftsmarketing studiert. Sie ist in der zweiten Förderphase des Kompetenzcluster Ernährungsforschung verantwortlich für die clusterübergreifende Kommunikation. Die Stelle ist bei der DGE verortet.

Lieblingsessen: Griechischer Joghurt mit Honig und Walnüssen. Von Honig wird ja gesagt, er wirke angeblich antiallergen, wenn er auch aus der Umgebung stammt, in der gewohnt wird. Ariadne Thanos bevorzugt aber Honig aus der griechischen Bergregion, aus der ihr Vater stammt – da dieser ein wunderbar aromatischer Waldhonig ist.