Gelegenheit zum wissenschaftlichen und kollegialen Austausch bot im Sommer die erste gemeinsame Summer School der vier Kompetenzcluster der Ernährungsforschung DietBB, enable, NutriAct und nutriCARD. Auch DGE-Mitarbeiterin Cerline Fritzsche tauschte sich gemeinsam mit 34 weiteren jungen Wissenschaftler*innen bei der Veranstaltung an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn aus.

Eingeladen hatte das Kompetenzcluster Diet-Body-Brain (DietBB), für das auch Cerline Fritzsche als wissenschaftliche Mitarbeiterin von der DGE aus forscht. „In meinem Forschungsprojekt untersuche ich Kommunikationsstrategien und Medien, die dazu dienen, die 10 Regeln der DGE an spezifische Zielgruppen verhaltenswirksam zu vermitteln“, erklärte sie. Besonders gespannt war die junge Wissenschaftlerin auf das vorrangige Thema der Summer School: Epidemiologie. Denn Beobachtungsstudien bilden für viele Forschungsprojekte innerhalb der vier Kompetenzcluster die Grundlage.

Kreativprozesse in der Wissenschaft

Am ersten Tag der Summer School lernten die Teilnehmenden in einem Innovationsworkshop zu Design Thinking, einem Kreativprozess zur Ideenfindung, Strategien kennen, um komplexe Problemstellungen zu bewältigen. „Mit unserer gemeinsamen Summer School in Bonn wollen wir den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit geben, über den sogenannten Tellerrand hinauszuschauen. Wir haben den interdisziplinären Ansatz aller vier Kompetenzcluster aufgegriffen und wollten einen Raum für Vernetzung und gemeinsames Arbeiten bieten,“ sagte Professorin Dr. Ute Nöthlings, DietBB-Clustersprecherin vom Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Mit einem systematischen Überblick über epidemiologische Fragestellungen der Ernährungswissenschaften starteten die Teilnehmer*innen am zweiten Tag der Summer School mit dem wissenschaftlichen Programm. Auf die Fragen, wie die Epidemiologie arbeitet und wie sich Studien multidisziplinär nutzen lassen, darauf gab Dr. Ahmad Aziz vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) mit seinem Vortrag zum Design von Kohortenstudien am Beispiel der Rheinland Studie eine Antwort.

Einblicke in Kohortenstudien

Prof. Dr. Hans Hauner, Clustersprecher des Kompetenzclusters enable aus München, gab exklusive Einblicke in eine enable-Studie aus Freising, welche die Effekte von Ballaststoffen auf den Glukosemetabolismus des Menschen untersucht. Vom Kompetenzcluster NutriAct stellte Dr. Manuela Bergmann anhand der großen NutriAct-Familienstudie eine weitere Kohortenstudie vor. Weitere ausgewählte Studien der vier Kompetenzcluster DietBB, enable, NutriAct und nutriCARD diskutierten die Anwesenden bei einer Postersession.

Mit der Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Ableitung offizieller lebensmittelbezogener Ernährungsempfehlungen befasste sich Dr. Angela Bechthold, Leiterin des Referats Wissenschaft der DGE. Sie berichtete in ihrem Vortrag darüber, wie die Ergebnisse der Forschung systematisch zusammengefasst werden, um evidenzbasierte Aussagen zu generieren und praktische Handlungsanweisungen zu formulieren, über die letztendlich die Verbraucher*innen von Forschung profitieren.

Im Statistikworkshop, geleitet von Leonie Weinhold vom Institut für Medizinische Biometrie, Informatik und Epidemiologie der Universität Bonn, sowie bei der Kleingruppenarbeit zur Erstellung von Forschungsanträgen konnten die Teilnehmenden das neu Gelernte in praktischen Übungen vertiefen.

Nächste clusterübergreifende Summer School findet 2020 in Jena statt

„Für uns war es toll, so viele verschiedene Disziplinen an Bord zu haben. Der fachliche und persönliche Austausch war enorm wichtig und motiviert mich für meine eigene Arbeit“, lautete das Resümee von Christian Brachem, Doktorand im Kompetenzcluster DietBB und Teilnehmer der Summer School.

Neben wissenschaftlichen Diskussionen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch die Gelegenheit sich bei gemeinsamen Aktivitäten wie einer Stadttour kennenzulernen und zu vernetzen. Die Woche in Bonn habe zu einem regen Austausch innerhalb der Kompetenzcluster beigetragen, so waren sich alle Beteiligten einig. Die nächste clusterübergreifende Summer School wird 2020 in Jena beim Kompetenzcluster nutriCARD stattfinden.

Autorin: Ariadne Thanos hat Kommunikationsmanagement und Wissenschaftsmarketing studiert. Sie ist in der zweiten Förderphase des Kompetenzcluster Ernährungsforschung verantwortlich für die clusterübergreifende Kommunikation. Die Stelle ist bei der DGE verortet.

Lieblingsessen: Griechischer Joghurt mit Honig und Walnüssen. Von Honig wird ja gesagt, er wirke angeblich antiallergen, wenn er auch aus der Umgebung stammt, in der gewohnt wird. Ariadne Thanos bevorzugt aber Honig aus der griechischen Bergregion, aus der ihr Vater stammt – da dieser ein wunderbar aromatischer Waldhonig ist.