Im Juni 2020 veranstaltete die Fachgruppe Early Career Scientists der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)  ihren ersten virtuellen Science Slam, mit über 180 Teilnehmenden. Die Early Career Scientists Dr. rer. nat. Jana Strahler, Anne Carolin Schäfer und Carolina Diana Rossi stellten bei dieser Gelegenheit ihre eigene Forschung aus verschiedenen Feldern der Ernährungswissenschaften vor.

Breite Themenpalette Ernährungswissenschaften
von Mathematik über kulturelle Unterschiede bis hin zum Nudging

Carolin's Slam Vortrag: Mit Mathe Ernährungsempfehlungen erstellen?

Anne Carolin Schäfer @AnneCarolinSch1 ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im DGE Referat Wissenschaft und promoviert am Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften an der Universität Bonn zur Integration von verschiedenen Dimensionen in lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen durch mathematische Optimierung.

Sie studierte Oecotrophologie und “Ernährung und Gesundheit” an der FH Münster. In ihrer Freizeit kümmert sie sich am liebsten um ihr Pferd.

Karriereziel: Zunächst noch unter dem Motto: Immer ein Schritt nach dem anderen. 😉

Jana's Slam Vortrag: Obsession für gesundes Essen - gibt es kulturelle Unterschiede?

Dr. rer. nat. Jana Strahler @JanaStrahler ist seit 2016 an der Justus-Liebig-Universität Gießen beschäftigt und befasst sich hier mit den psychologischen und neuro-physiologischen Grundlagen von Verhaltenssüchten. Des Weiteren koordiniert sie eine Studie zu den Effekten einer Ernährungsumstellung auf das Hormon- und Immunsystem.

Sie studierte Psychologie an der Technischen Universität Dresden und promovierte dort 2010.

In ihrer Freizeit ist Jana in der Natur und an Felsen hängend zu finden. Sie verfügt unter anderem über die Zusatzqualifikation zum Klettern in der Psychotherapie.

Karriereziele: Langfristig im wissenschaftlichen Bereich tätig sein, eigene Forschungsideen umsetzen, Studierende und ECRs für gesundheitspsychologische Fragestellungen und die interdisziplinäre Forschung begeistern.

Carolina's Slam Vortrag: Nudging und der Einsatz in der Gemeinschaftsgastronomie

Carolina Diana Rossi @carolina_drossi ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HAW Hamburg und aktuell noch Masterstudentin im Studiengang Health Sciences an der HAW Hamburg. Sie studierte Ökotrophologie und arbeitet seit 2016 im Bereich Ernährungsverhalten, mit Fokus auf das Forschungsprojekt Nudging.

2021 möchte sie eine Promotion im Bereich Ernährungsverhalten und Social Media beginnen.

Karriereziele: Wissenschaft im Bereich Gesundheit und Ernährung in Verbindung mit Kommunikation (und somit auch Wissenschaftskommunikation) gestalten. Wie, das werde ich nach und nach herausfinden.

©New Africa I AdobeStockWorum geht es in einem Science Slam?

Der Science Slam ist ein relativ neues Format, bei dem wissenschaftliche Inhalte anschaulich und unterhaltsam in einem streng vorgegebenen Zeitfenster präsentiert werden. Anschließend bewertet das Publikum die Beiträge. Die Slammer*innen dürfen das eigene Thema mit allen Hilfsmitteln präsentieren:

Ob Power-Point, Experimente, Videos oder Musik, alles ist erlaubt. Es gewinnt die Person, die das Thema wissenschaftlich und dennoch verständlich kommuniziert und somit ein breites Publikum erreicht.

2. DGE-Science Slam 2021 –
noch bis 30. November anmelden und Abstract einreichen

Im Februar 2021 findet im Rahmen des 58. Wissenschaftlichen Kongresses der DGE der zweite virtuelle Science Slam statt. Hierfür können sich ECS noch bis zum 30. November 2020 bewerben. Das Event bietet eine Plattform, um die eigene Forschung an ein breites Publikum zu kommunizieren.

Infos & Bewerbung 2. Science Slam

Es lohnt sich: Positives Feedback und neue Erfahrungen gewinnen

😥 Größte Herausforderung

Jana: „Ein Outfit finden (;-)) und sicherlich das passende Bildmaterial zusammenzustellen. Ich fand vor allem das Spannungsfeld zwischen nötiger Ausführlichkeit und unterhaltsamer Aufbereitung herausfordernd.“

Carolin: „Die goldene Mitte finden zwischen präzisen Informationen und Einfachheit. Meine zweite Version vom Vortrag war nur halb so lang, wie gefordert. Danach schauten meine Freunde mich an und fragten, ob ich den Science Slam in einer Grundschule halten werde. Daraufhin gab es noch ein paar Details und mathematische Einzelheiten mehr ;-).“

Carolina:Bilder finden, welche für die YouTube Veröffentlichung benutzt werden können. Ich musste viele Bilder ändern und mein Beitrag hat dadurch, meiner Meinung nach, an „Science Slam Charakter“ verloren.“

🤓 Tipps an zukünftige Slammer*innen

Jana: “Üben, üben, üben … zeitlich nicht zu knapp planen und lieber 30 Sekunden oder mehr eher fertig sein. So ist es möglich, sich eine Atempause zu gönnen und den Zuhörer*innen eine Verständnispause zu bieten.”

Carolin: “Lasst Euch unbedingt Feedback aus dem Freundeskreis und Arbeitsumfeld geben. Der Prozess den Vortrag zu erarbeiten macht Spaß und ist eine wunderbare Abwechslung. Meine erste Version des Vortrags habe ich nach dem hilfreichen Tipp einer Kollegin, eine Geschichte drumherum zu bauen, nochmal komplett umgeworfen. Schaut Euch Science Slams auf YouTube an, falls Ihr mit dem Format noch nicht so vertraut seid. Ich war vorher noch nie bei einem Slam gewesen und habe so versucht herauszufinden, wie die Anderen das machen.”

Carolina: “Die Zeit richtig einschätzen und Inhalte einfach verpacken. Lasst lieber Daten raus, aber erklärt dafür alles, da einige aus dem Publikum vielleicht nicht aus dem eigenen Fachbereich kommen.”

😁 Das hat am meisten Spaß gemacht

Jana: „Es gibt dabei ein ganz anderes Feedback, mehr, positiver und aktiver – und spezifisch für das Online-Format und der Umsetzung im vergangenen Turnus, ist die gemeinsame Zeit mit den anderen Teilnehmer*innen. Wir waren ein Team.“

Carolin: „Das Präsentieren selber, die Reaktionen zu beobachten, das Gruppengefühl in der Vorbereitung und das positive Feedback.“

Carolina:Allgemein würde ich sagen, dass der Prozess als Ganzes super war. Erst einmal ist es angezeigt, sich mit dem eigenen Thema anders auseinandersetzen. Es geht darum, es „einfacher“ zu gestalten, aber auch die Erstellung der „Präsentation“ war toll, da es ein anderes Format ist als bei sonstigen Präsentationen. Somit konnte ich kreativ sein. Auch war es super, sich mit den anderen Teilnehmerinnen auszutauschen. Das hat mir einen Einblick in andere Felder gegeben. Dadurch konnte ich auch neue Kontakte knüpfen.“